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Zu dick für Sport? Richtiges Training für erfolgreiche Gewichtsreduktion

Radfahren schont die Gelenke und lässt Kilos purzelnDie Frage, ob man zu dick für Sportsein kann, ist relativ schnell zu beantworten: Bis auf wenige Ausnahmen trifft dies auf niemanden zu. Dennoch ist genau zu hinterfragen, welche Sportart für eine Gewichtsabnahme geeignet ist und welche sich eher negativ auf die Gesundheitauswirkt. In den westlichen Industrieländern entwickelte sich das Thema Übergewicht immer mehr zum Problem, dessen Ursachen von falscher Ernährung bis hin zu Bewegungsmangel reichen.

Studien belegen, dass 20 % der über 20-Jährigen leicht übergewichtig und sogar rund 8,5 % erheblich zu dick sind, wobei kein Unterschied in der Verteilung zwischen Männern und Frauen besteht. Auch ein Ost/West-Gefälle ist zu beobachten, wobei der Grund dafür noch nicht erforscht wurde.

Massives Übergewicht wird in der Medizin als Adipositas (= Fettsucht) bezeichnet und wirkt sich nicht nur im alltäglichen Leben für die Betroffenen negativ aus. Erkrankungen des Stoffwechsels, des Herz-Kreislauf-Systems und auch anderer Organe können weitere Folgen sein. „Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind vielfältig. An erster Stelle der durch Adipositas verursachten Krankheiten steht die Zuckerkrankheit, von der zirka 60 % der übergewichtigen Personen betroffen sind, gefolgt von Erkrankungen der Gallenblase (25 %) sowie Bluthochdruck, an dem ungefähr 15 % leiden”, klärt Dr. Arnold Panzenböck, Assistenzarzt an der Abteilung für Innere Medizin am LKH Rohrbach, über die Gefahren bei Übergewicht auf. „Sport ist dennoch ein sehr effektiver Weg um neben diätischen und medizinischen Maßnahmen eine Gewichtsreduktion zu erreichen. Dabei müssen die Betroffenen aber auf jeden Fall ihr Verhalten im Alltag ändern und ihre körperliche Aktivität steigern”, so der Experte.

Beim Training ist weniger oft mehr

Die meisten PatientInnen glauben, dass mit körperlichem Training  „viele Kilos” abgespeckt werden können, die Realität ist leider eine andere. Panzenböck liefert dafür ein Beispiel: „Eine alleinige Fettverbrennung gibt es leider nicht. Der effektive Energieverbrauch für die meisten empfohlenen Tätigkeiten ist nicht so hoch wie angenommen. 30 Minuten schnelles Gehen bewirkt eine Verbrennungvon 250 kcal, dies entspricht etwa 0,5 Liter Bier. Allgemein kann man sagen, dass ein niedriger Pulsbereich wichtig ist, also bei ca. 60 % der maximalen Herzfrequenz liegen soll, damit neben Kohlenhydraten noch ein möglichst hoher Anteil an Fettsäuren verbrannt wird. Wenn es jedoch um langfristige Erfolge geht, ist  Ausdauer der entscheidende Faktor. Leider sehen wir oft, dass eine ausreichende Nettotrainingszeit (3 x pro Woche 45min) von vielen PatientInnen nur schwer erreicht wird.”

Ausdauer- und Krafttraining – die richtige Mischung macht’s

Weitere Probleme liegen in der vermehrten Belastung der Gelenke. Diese müssen etwa beim Laufen das Drei- bis Vierfache des Körpergewichts „verkraften”. Gefahr droht auch durch die schnelle Ansäuerung der Muskulatur sowie die oft fehlende Größe diverser Sportgeräte. Als Trainingsformen eignen sich Ausdauersportarten wie Gehen/Joggen, Radfahren oder Aquajoggen und Nordic Walking. Um zusätzlich Muskulatur aufzubauen beziehungsweise die geschwächte Muskulatur zu stärken, wäre ein Krafttraining zumindest einmal pro Woche zu empfehlen.
„Um im Vorhinein negative Auswirkungen durch falsches Training zu verhindern, ist neben der Trainingsberatung unbedingt eine sportmedizinische Untersuchung durchzuführen. Langfristig sind eine fachliche Begleitung und das Durchhaltevermögen des Patienten die einzigen Lösungen für einen Erfolg im Kampf gegen die Kilos”, resümiert Panzenböck.